Rom - Die ewige Stadt

Mittwoch, 23.08.2017

Am Montag dem 21.8. begann ich einigermaßen wiederhergestellt nach einer ruhigen Nacht und einem guten Frühstück im Hotel bereits früh meine Erkundungstour durch Rom.

An meinem ersten Tag hatte ich mir direkt ein paar klassische Highlights der Stadt rausgesucht, die ich Dank meines Latein-Unterrichts schon sehr lange sehen wollte. Zuerst ging es ins Forum Romanum. Mittels Roma Pass konnte ich die Ticket-Schlange umgehen, was um 9 Uhr morgens aber noch nicht wirklich notwendig war, und direkt zur Sicherheitskontrolle gehen. Das Forum Romanum ist ja der freigelegte Mittelpunkt des gesellschaftlichen Lebens des antiken Roms. Es gibt dort eine Menge an Ruinen und Ausgrabungen zu bestaunen.

Direkt daran angeschlossen kann man auch den Palatin Hügel (Einer der 7 Hügel Roms) besichtigen. Dies ist der älteste bewohnte Teil Roms. Angeblich soll hier sogar Romulus (legendärer Gründer der Stadt Rom) in einer Hütte gewohnt haben. Zudem war der Palatin Wohnort der wohlhabenden und mächtigen Personen in antiken römischen Weltreich, so auch vom ersten Kaiser Roms, Augustus (Octavian), der hier ein luxuriösen Wohnsitz hatte. Auch Nero wohnte dort. Die Überreste kann man noch besichtigen, was ich sehr ausgiebig tat. Von oben aus kann man dort auch den Circus Maximus anschauen. Dies war eigentlich ein ersehntes Highlight meiner Besichtigungen. Es ist aber nur ein großes längliches Grasfeld in einer großen Erdkuhle davon übrig, so dass man einige Fantasie braucht, dass hier mal bis zu 250.000 Menschen Platz fanden und Wagenrennen oder Spiele stattfanden.

Nach dem Forum/Palatin ging es nach einer kurzen Stärkung direkt weiter mit dem Geschichtskurs. Direkt daneben liegt das Amphitheater Flavium, heute besser bekannt als das Wahrzeichen der Stadt – Das Kolosseum. Es ist das größte jemals gebaute Amphitheater der Welt. Mit einem Fassungsvermögen von 50.000 diente es zugleich als Vorbild für die Fußballstadien der Neuzeit. Hier wurden grausame Gladiatoren und Tierkämpfe abgehalten. Mit einem ausgeklügelten System konnte der Innenbereich sogar geflutet werden um Seeschlachten nachzustellen.

Jetzt zahlten sich mal wieder meine zahlreichen Recherchen und mein Roma Pass richtig aus. Die Schlangen vor dem Kolosseum an den Ticketständen waren zur Mittagszeit unglaublich lang. Ich schlenderte einfach an den Wartenden vorbei und ging direkt zur Sicherheitskontrolle. Dadurch ersparte ich mir sehr viel Zeit. Im Übrigen finde ich diese Sicherheitskontrollen sehr gut, da sie Sicherheit zumindest ausstrahlen. Es fiel mir auf, dass an jeder „wichtigen“ Einrichtung in Rom (und das sind nicht gerade wenig) auch mindestens 2 oder mehr Soldaten mit Maschinengewehr im Anschlag und Uniform patrouillieren. Ob das im Zweifel wirklich hilft ist fraglich, aber ich empfand es als beruhigend zu wissen, dass jemand aufpasst.

Im Kolosseum schaute ich mir alles ausgiebig an. Der Innenraum-Boden ist nicht mehr vorhanden und so kann man einen Blick auf die darunter liegenden Katakomben erhaschen, wo Kerker für die Kämpfer und Tiere und die Bühnentechnik untergebracht waren. Ein wirklich tolles und imposantes Bauwerk, vor allem wenn man bedenkt, dass es knapp 2000 Jahre alt ist.

Danach ging es, obwohl ich vom vielen Laufen schon müde wurde, weiter in Richtung Nationaldenkmal Italiens – Dem Monumento a Vittorio Emanuele II – gewidmet dem ersten König des Königreich Italiens. Meines Erachtens nach eines der pompösesten (vielleicht das pompöseste) Bauwerke Roms, da riesig und weithin sichtbar. Die Römer mögen das Gebäude wohl nicht besonders, da dafür ein halber Stadtteil dem Erdboden gleich gemacht wurde. Aber ich fand es sehr imposant mit den weißen Marmor überall und der Eintritt ist sogar kostenlos.

Danach gings zum nächsten der 7 Hügel Roms – Dem Kapitol - Direkt neben dem Nationaldenkmal. Hier schaute ich mir den Kapitolsplatz an. Ein von Michelangelo gestalteter Platz, der bereits sehr früh das politische Zentrum der Stadt darstellte, mit einer Reiterstatue vom Kaiser Marc Aurel. 

Und weil ich noch nicht genug gewandert war, ging es von dort weiter zum Pantheon. Ein zur Kirche umgeweihter antiker Kuppelbau. Er besaß 1700 Jahre lang die größte freitragende Kuppel der Welt und ist sehr gut erhalten.Ganz nett.

Zum Schluss meiner ersten Runde durch Rom ging’s noch auf ein Eis auf den Piazza Navona. Ein schöner Platz mit einigen Brunnen und vielen Restaurants drum herum.
Danach ging ich zurück zum Hotel um mich ein wenig zu erholen. 

Erst am späten Nachmittag fuhr ich nochmals los. Diesmal mit dem Bus. Es ging auf eine echte italienische Pizza auf die andere Tiberseite in das Viertel Trasteverde. Hier aß ich in einer winzigen aber recht gut bewerteten Pizzeria eine Auswahl an verschiedene Pizzen. Lecker! Hierbei unterhielt ich mich mit ein paar Deutschen, die zufälligerweise am Nebentisch saßen.

Gut gestärkt ging ich den Giancolo Hügel hinauf, von wo aus ich die Aussicht auf Rom beim Sonnenuntergang genoß.

Links das Pantheon, rechts das Nationaldenkmal

Und weil ich immernoch nicht genug gesehen hatte am ersten Tag, dachte ich mir fahr ich noch zu 2 Highlights der Stadt. Es war Absicht gewesen nicht unbedingt am Tage an diese beiden Orte zu fahren, da ich wusste, dass sich dort viele Leute tummeln würden. Aber was ich sehen sollte, obwohl schon in den Abendstunden, passte mir mal wieder gar nicht. Beim Trevi-Brunnen, dem größten und wohl schönsten Brunnen Roms bekam man kaum ein Bein an die Erde. Ein ähnliches Bild an der spanischen Treppe. Ich schaute mir beides kurz an. Insbesondere der Trevi-Brunnen ist meines Erachtens nach wunderschön.

Danach fiel ich müde aber zufrieden mit meiner ersten Tages-Tour durch Rom ins Bett.

 

Am Dienstag, dem 22.8., hatte ich mir auch wieder ein Highlight ausgesucht, ein religiöses um genau zu sein. Nach dem Frühstück auf dem gemütlichen Hotel-Balkon fuhr ich zunächst zur Engelsburg. Dieses Mausoleum für Kaiser Hadrian funktionierten einige Päpste für sich als Fluchtburg/Festung um, um zum Teil vor den weltlichen Herrschern Roms geschützt zu sein. Deshalb ist die Engelsburg auch mit einem Hochweg zum Vatikan ausgestattet, über den man einfach in die Burg fliehen konnte ohne selbst angegriffen zu werden. Ein kleines Museum befindet sich darin, in dem man auch die päpstlichen Schlafzimmer in Zeiten der Belagerung anschauen konnte. Der Hauptgrund warum ich reinging war allerdings die gute Aussicht von dort auf Petersdom und Rom. 

Als ich wieder unten war, wurde mir wieder mal klar, dass der frühe Vogel den Wurm fängt. Es war deutlich voller als zu der Zeit als ich kam und es hatten sich schon lange Schlangen gebildet. Auch der Roma Pass war wieder erfolgreich zum Einsatz gekommen und ersparte mir das Schlange stehen für Tickets.

Anschließend ging es in den kleinsten souveränen Staat der Welt – Den Vatikan. Ich kam ohne Ausweiskontrolle hinein. Für 13:00 Uhr hatte ich im Vorhinein eine Online-Reservierung für die vatikanischen Museen gebucht. Als ich da war versuchte mir eine offiziell wirkende Dame (mit sichtbaren Ausweis) zu erklären, dass ich nur für die Museen gebucht hätte und mich beim Petersdom nochmal neu anstellen muss. Deswegen wollte sie mir für 20 Euro mehr eine Tour aufquatschen, wo ich nicht mehr anstehen müsste. Ich zweifelte selbst kurz an meinen Recherchen, entschied mich dann aber es darauf ankommen zu lassen und nichts nachzukaufen. Aber dazu später mehr.

Die Museen waren ein Ort, der mir deutlich zeigte, wie wenig ich große Menschenansammlungen mag. Es war unfassbar voll! Wenigstens musste ich nicht für die Tickets auch noch anstehen. Man wurde durch unzählige Räume gescheucht bzw. konnte sich die Räume selbst auswählen durch die man dann von der Menschenmasse durchgeschoben wurde. Ich hatte einen Audio-Guide, allerdings waren die Beschilderungen so schlecht, dass ich erst spät merkte, wann ein neuer Standort kam. Die Museen selbst waren zum Teil ganz cool, zum Beispiel die Fresken von Raffael gefielen mir. Natürlich durfte am Ende die Sixtinsche Kapelle nicht fehlen. Die berühmte Kapelle, in der die Papstwahl (Das Konklave) abgehalten wird. Sie ist wirklich toll anzusehen mit der von Michelangelo gestalteten Decke. Aber im Endeffekt konnte ich die Besichtigung nicht wirklich ausgiebig genießen, weil gefühlt 200.000 Menschen in der Kapelle waren. Naja wieder eine Erfahrung gemacht. Haken hinter!

Im Folgenden sollten sich meine Recherchen zum widerholten Male auszahlen. Es gibt 2 Ausgänge in der Sixtinschen Kapelle und damit aus den vatikanischen Museen. Der erste Ausgang links ist der „Normale“, der auf der Strasse endet. Der andere Ausgang rechts ist für Gruppenführungen gedacht und mündet direkt am Eingang zum Petersdom (vor den Eintrittsschlangen). Ich war erst unsicher ob das klappen würde, was ich vorhatte, weil ich noch meinen Audio-Guide hatte und weil die Dame am Anfang sagte, dass da Security stehen würde. Aber ich probierte es einfach, weil ich keine Lust hatte mich in die unfassbare Schlange auf der Straße vorm Petersdom anzustellen (Sie ging einmal über den gesamten Petersplatz: siehe Foto unten). Ich ging durch den Gruppenausgang, obwohl eigentlich nicht erlaubt, und drückte meinen Audio-Guide einfach einer Sicherheitsbeamtin in die Hand. Sie hatte nichts auszusetzen und so war ich um ca. 2 Stunden Schlange stehen drumherum gekommen. Da ich kurz vorm Großstadt-Koller stand, hatte ich die Museen also nach „nur“ 2 Stunden wieder verlassen. 

Jetzt ging es also zum heiligen Peter – also in den Petersdom. Das war mein persönliches Highlight im Vatikan. Die größte und vermutlich schönste Basilika der Katholiken ist wirklich riesig, eine der schönsten Kirchen auf der Welt und gleichzeitig der Mittelpunkt des Vatikanstaates und damit des römisch-katholischen Glaubens. Sie wurde über dem Grab von Petrus gebaut, daher der Name. Aufgrund ihrer Größe fielen die Menschenmassen nicht ganz so sehr auf und es gab auch „etwas ruhigere“ Ecken. Besonders beeindruckt hat mich die von Michelangelo geplante Kuppel mit dem Spruch aus dem Matthäus Evangelium: Du bist Petrus, und auf diesen Felsen werde ich meine Kirche bauen, und Dir gebe ich die Schlüssel zum Himmelreich (natürlich auf Lateinisch). Auch die berühmte Petrus Bronzestatue (Rechten Fuß habe ich nicht berührt ;-))und die Pieta (Die um Jesus trauernde Maria) von Michelangelo habe ich mir angeschaut. Auf der Kuppel war ich nicht. Das hielt ich nicht für nötig, da ich ja bereits den Ausblick von der Engelsburg genossen hatte.  

   

Anschließend ging es raus auf den berühmten Petersplatz vor dem Petersdom. Der Platz ist riesig und sehr imposant, genauso wie die Schlange zum Eintritt in den Petersdom.

Anschließend fuhr ich gegen 17 Uhr erstmal zurück ins Hotel um die ganzen Eindrücke in Ruhe zu verarbeiten.

Mein Fazit vom Vatikan: Meines Erachtens nach ist die Menschenmasse, die täglich Eintritt vor allem in die Museen erhält einfach viel zu groß und dann gibt es auch noch geführte Touren mit 30 Leuten, die das Chaos dann perfekt machen. Ich hatte mich auf große Menschenmassen eingestellt und extra schon einen "ruhigen" Tag rausgesucht, aber das war mir noch zuviel. An die Kleider- und Benimmordnung (bedeckte Schultern und Knie, Ruhe an den heiligen Orten) halten sich auch nur 2/3 der Besucher und es wird auch nicht wirklich kontrolliert. Ich selbst trug extra eine lange Hose bei 30 Grad. Zudem stellte sich mir immer wieder die Frage, wie der riesige Reichtum, der zur Schau gestellt wird und den auch frühere Päpste immer wieder für sich beanspruchten mit der viel gepredigten asketischen Lebensweise vereinbart werden kann? Es wirkt auf mich ein bisschen wie ein großes Wirtschaftsunternehmen. Ich möchte hiermit keine religiöse Diskussion lostreten, sondern das ist nur mein persönlicher Eindruck. Besonders gefallen und deshalb absolut entschädigt wurde ich durch den Petersdom und den Petersplatz. Das war ein Kracher! Alles in Allem finde ich sollte man, wenn man in Rom ist und Zeit hat, auch einmal den Vatikan besuchen.

Erst abends ging ich nochmal los um mein Viertel „Monti“ etwas zu besichtigen und etwas zu essen. Ich ließ mich treiben bei der Suche nach einem Restaurant und hatte Glück. Am Piazza della Madonnna dei Monti aß ich in einem super Restaurant. Ich stellte mir ein leckeres Gericht aus Bruschetta, selbstgemachten Spaghetti Carbonara und Schokoküchlein mit flüssigem Kern zusammen. LECKER. La Dolce Vita.

Wohl genährt schlenderte ich noch ein bisschen zum Kolosseum und fand eine kleine Brücke mit guter Aussicht darauf. Meiner Meinung nach der beste Platz um das Kolosseum in seiner vollen Pracht zu sehen. Hier genoss ich den Sonnenuntergang. Das Wahrzeichen Roms macht auch im Dunkeln eine sehr gute Figur.

Anschließend ging ich zurück ins Hotel, wo ich mich noch mit einer Familie aus Leeds unterhielt bis ich ins Bett ging.

 

Nach dem ganzen typischen Touri-Sightseeing an den Vortagen, hatte ich mir eine Pause verdient. Deshalb fuhr ich am Morgen des 23.8. ins Euromar2 Shopping Center, wo ich erstmal richtig einkaufte. Ich habe ja bei dieser Tour einen etwas größeren Koffer mit als bei meiner Weltumrundung (trotz weniger Zeit!), also sollte das Geshoppte einigermaßen reinpassen. Es war zumindest nicht wenig, was ich einkaufte.

Nachmittags fuhr ich dann zur Erholung und Besichtigung zum Piazza del Popolo und in die Gärten der Villa Borghese. Die Gärten sind so etwa vergleichbar mit dem Central Park in New York: Groß, ruhig und friedlich. Aber nicht mit den tollen Gartenanlagen in Sydney oder Melbourne zu vergleichen, vermutlich weil es hier trockener ist. Es tat mir aber sehr gut und ich erholte mich von meinem Hardcore-Sightseeing.

Piazza del Popolo

Abends ging ich wieder durch mein Viertel "Monti" spazieren. Es gefällt mir sehr gut. Überall sitzen (viele junge) Leute gemütlich auf der Strasse, der Verkehr wird abends ruhiger und es gibt coole Vintage-Geschäfte. Ich landete beim Schlendern in einem winzigen mexikanischen Lokal. Hier gab es super leckere und günstige Nachos und Tacos mit verschiedenen Füllungen. Anschließend ging es, weil es mir am Vorabend so gut gefallen hatte, erneut zum Kolosseum. Dort drehte ich in der herrlichen Abendsonne einmal eine Runde drumherum, um dann zum Schluß zu kommen, dass der Platz am Vorabend der Beste war. So verweilte ich dort erneut ehe es früh ins Bett ging.

Am nächsten Tag habe ich früh morgens eine Tour gebucht und der Tag wird lang werden. Aber dazu später mehr.