Athen und die weltberühmte Akropolis

Montag, 28.08.2017

Am 25.8. ging es also nach Athen. Auf dem Flug von Rom dorthin hatte ich eine sehr interessante Sitznachbarin. Ich wunderte mich schon warum sie ständig mit den Stewardessen sprach und sich Sachen wie Servietten, eine Decke, Wasser oder Sonstiges bringen ließ. Mir dämmerte etwas, denn die Dame war nicht wirklich besonders pflegebedürftig und stets sehr nett. Als sie dann ihren Aegean Airlines Block rausholte und anfing zu schreiben war es mir klar und ich quatschte ein bisschen mit ihr. Sie war eine Airline Testerin, die täglich überall in Europa die Qualität auf den Flügen von Aegean Airline prüft. Sehr interessant, aber kein Job für mich.

Ansonsten muss ich sagen, dass Aegean Airlines mich sehr positiv überrascht hat. Es gab tatsächlich ein kleines Mittagessen und Getränke (auch Alkoholische) umsonst, viel Platz und freundliches Personal. Vielleicht liegt der gute Service auch daran, dass sie Mitglied der Star Alliance sind, der auch die Lufthansa angehört. Ich denke um Mitglied sein zu können muss der Standard vermutlich hoch sein.

Angekommen in Athen fuhr ich zunächst zu meinem Hotel, dem Athens Centre Square Hotel. Wiedermal eine gute Wahl! Große, saubere Zimmer, relativ zentral aber nicht im Hochburg-Touristenviertel Plaka und auf dem Dach eine Rooftop Bar mit tollem Blick.

Abends erkundete ich noch die Gegend ein bisschen und aß erstmalig Souflaki-Spieße. Das erste Mal, dass ich die Akropolis (den alles überragenden weltberühmten Hügel mit den Tempelanlagen in Athen) sehen durfte, war auf dem Monastiraki Platz (der zentrale Platz mitten in der Innenstadt). Ich war absolut beeindruckt und sogar überwältigt. Ich stand 5 Minuten einfach nur da und schaute hoch. Einfach toll anzusehen.

Als ich wieder im Hotel war, ging ich noch hoch in die Rooftop-Hotelbar. Auch diese mag ich sehr. Es sind eigentlich nur ein paar Tische und Stühle und ein kleiner Ausschank auf dem Dach, aber der Ausblick auf Athen und vor allem die Akropolis ist wirklich atemberaubend für mich. Auch hier stand ich einfach nur da und schaute. Das ging sogar soweit, dass ich, als es komplett dunkel war und eigentlich schon im Bett lag, nochmal hochging um die Akropolis im Dunkeln anzusehen. Derjenige, der das Lichtkonzept ausgearbeitet hat, hat da für mich großartige Arbeit geleistet. Der Hügel, der sich über Athens Innenstadt erhebt und sie überstrahlt, sieht auch nachts, wenn er von unten angestrahlt wird, unglaublich schön aus. Ich kann verstehen, dass diese Stelle schon vor über 2000 Jahren eine besondere Stelle gewesen sein muss.

Am 26.8. startete ich meine eigentliche Erkundung der Stadt. Los ging es am Morgen natürlich mit dem Markenzeichen Athens: Der Akropolis. Clevererweise ging ich durch den Nebeneingang auf der Rückseite. Ich hatte nur 5 Leute vor mir am Eingang. Am Haupteingang sah das schon anders aus. Vor allem als ich die Akropolis wieder verließ waren die Schlangen schon wieder 100 Meter lang. Es zeigt sich immer wieder auf meinen Touren: Um Besichtigungen zu machen bietet sich vor allem der frühe Morgen kurz nach Öffnung an.

Zunächst schaute ich mir die Ruine des antiken Theaters des Dionysos am Südhang der Akropolis mit 17.000 Sitzplätzen an. Das wichtigste Theater der griechischen Antike ist über 2300 Jahre alt! Es gilt als die Geburtsstätte des Dramas. Zudem wurden dort ab 300 v.Chr. die Volksversammlungen abgehalten. Das war schon mal ein Highlight für mich! Warum das so war - siehe Pynx-Hügel später im Text.

Dionysos Theater Dionysos Theater von der Akropolis aus. Im Hintergrund das Akropolis Museum Dionysos-Theater Modell im Akropolis Museum

Andere Leute fanden das nicht so interessant und gingen lieber direkt zum Odeon des Herodes Atticus. Dieses ist noch deutlich besser erhalten und wirkt pompöser als das Dionysos-Theater. Es wird auch sogar noch benutzt. Es passen nur 5000 Leute hinein. Aber irgendwie gefiel mir das Dionysos-Theater besser, weil es ein äußerst historischer Ort ist und weil es mehr in die natürliche Umgebung eingepasst ist. Es liegt eingebettet in den Hang.

Odeon des Herodes Atticus

Dann war es soweit, durch die Propyläen (Stadttor) ging es in die bzw. auf die Akropolis, was, wie ich lernte, „Oberstadt“ bedeutet.

Propyläen: Eingang zur Akropolis Akropolis vom Nebeneingang

Dies ist der älteste Stadtteil Athens und ursprünglich im Prinzip eine Stadtfestung bzw. das kultische und politische Zentrum gewesen. Die Bauten hier sind ungefähr 2400 Jahre alt. Wahnsinn! Das beeindruckendste Bauwerk ist sicherlich der Parthenon, der Tempel für die Stadtgöttin Pallas Athena Parthenos. Dieser ist einigermaßen gut erhalten bzw. gut restauriert worden, so dass er ganz Athen überstrahlt. Die Aussicht von dort ist natürlich auf ganz Athen großartig.

Parthenon Parthenon Frontseite

Es finden dort oben seit Jahren umfangreiche Restaurationsarbeiten statt, so dass der ganze Hügel einer Baustelle gleicht. Aber trotzdem super interessant. Auch die anderen Ruinen wie das Erechtheion und den Nike-Tempel schaute ich mir dort an bevor ich wieder runterging. Es waren zwar viele Leute dort oben, aber wirklich voll war es nur bei den Propyläen, wie man auf dem Foto oben sieht. Ich schätze, wenn man später geht, sieht es oben auch anders aus.

Ich ging am Hauptausgang wieder hinaus und weil es gerade gut passte direkt auf den nebenliegenden Aeropag. Auf diesem Felsen tagte der oberste Rat von Athen, der zusammengesetzt aus dem Hochadel im Prinzip das oberste Gericht darstellte. Man hat eine super Sicht auf die Akropolis. Auch der Apostel Paulus soll hier gepredigt haben.

Aeropag Hügel von der Akropolis aus Ausblick auf die Akropolis vom Aeropag Felsen

Da ich gerade so gut beim Bergsteigen war, gingˋs direkt auf den nächsten Hügel – Den Philopapposhügel. Der Hügel ist der Höchste in Südathen (nicht von ganz Athen!), so kann man von hier auch gut bis Piräus (Athens Hafen) gucken. Zudem ist die Aussicht auf die Akropolis auch von hier super mit einer anderen Perspektive. Meine Kamera glühte bereits. Oben gibt es ein Denkmal aber ansonsten hatte der Hügel keine große Bedeutung im antiken Athen.

Ausblick auf die Akropolis mit einem Gladiator vom Philopapposhügel

Ganz anders der nächste direkt daneben liegende Hügel - Der Pnyx-Hügel. Hier fanden 500 bis 300 v. Chr. die Volksversammlungen statt. An dieser Stelle trafen sich also die freien Bürger Athens um Entscheidungen (zum Beispiel über Krieg oder Frieden) zu treffen. Dieser Hügel ist also gemeinsam mit der antiken Agora (siehe weiter unten) die Wiege der Demokratie. Mir lief es kalt den Rücken runter als ich dort stand. Viele der heutigen gesellschaftlichen Grundsätze stammen also von diesem Hügel. So wie ich sahen das aber anscheinend nicht besonders viele andere Touristen. Nur einige wenige andere „Demokraten“ verirrten sich hierher, kein Vergleich mit der Akropolis. Das konnte ich ehrlich gesagt nicht nachvollziehen. Meines Erachtens nach einer der wichtigsten Orte für unsere heutige Gesellschaft! Und dieser wird nur sehr spärlich besucht. Da frag ich mich, ob wirklich alles richtig läuft bei uns? Der Hügel war aber auch nicht sonderlich gut ausgeschildert, das muss ich zugeben. Ich brauchte auch ein paar Minuten bis ich den Eingang fand. Naja umso besser für mich, so konnte ich das in Ruhe genießen.

Pynx-Hügel. I Hintergrund Akropolis rechts, Mittig der Aeropag, links Lykabettus Pynx-Hügel mit Rednerbühne Pynx Modell in der Stoa des Attalos

Weiter ging es in die antike Agora, die unterhalb des Pnyx-Hügels liegt. Dies war der Marktplatz im antiken Griechenland (vergleichbar mit dem Forum in Rom). Bevor der Platz für die Volksversammlungen zu klein wurde, wurden sie hier abgehalten. Also auch dieser Ort hoch-historisch. Demokratie in klein quasi. Hierhin verirrten sich immerhin ein paar mehr Besucher, aber vermutlich auch, weil es hier auch 2 weitere antike Bauten und einige Ruinen zu besichtigen gibt.

antike Agora: Links Hephaisteion, Rechts Stoa des Attalos Antike Agora und im Hintergrund die Akropolis

Unter anderem einen der besterhaltenen Tempel der griechischen Antike – Das Hephaisteion (Theseion). Ein Tempel für Hephaistos, den Gott der Schmiedekunst, die ja auch auf der Agora ausgeübt wurde.

Hephaisteion

Zudem steht auf der Agora die Rekonstruktion der Stoa des Attalos – Eine 2-geschößige Säulenhalle, die Shops beinhaltete und ähnlich einem heutigen Einkaufszentrum aufgebaut war.

Stoa des Attalos Stoa des Attolas

Danach ging mein Besichtigungsmarathon, weil ich gut drauf war, weiter. Es ging wieder in Athens Zentrum nicht weit weg von der antiken Agora nahe Monastiraki – Zur Hadrians-Bibliothek. Ebenfalls eine alte Ausgrabungsstätte. Die Bibliothek wurde vom römischen Kaiser Hadrian gestiftet und trägt deswegen seinen Namen. Es sind aber eigentlich nur noch einige Ruinen übrig und wenn man nicht unfassbar tief in die Geschichte eintauchen will, lohnt es nicht unbedingt den Eintritt zu zahlen. Gleiches gilt auch für die römische Agora, die ich auch noch besichtigte. Da ich ein Kombi-Ticket an der Akropolis erworben hatte, war für mich der Eintritt dort aber überall kostenlos, von daher schaute ich mir alles an. Die römische Agora wurde unter dem römischen Kaiser Augustus gebaut, weil die antike Agora zu klein wurde. Aber auch dort sind nur noch einige Ruinen übrig. Erwähnenswert höchstens noch die öffentlichen Latrinen, die es dort gab. Mit öffentlich meine ich wirklich öffentlich, da man sich wohl dabei gerne unterhielt, weil alle Latrinen in einem Raum ohne Trennwände untergebracht waren. Sehr sozialisiert die Römer bzw. Griechen, selbst beim Geschäft.

Es war bereits Nachmittag und ich war ziemlich platt. Also ging ich erstmal zurück zum Hotel um mich ein wenig zu erholen. Die Nachmittagssonne ist auch ziemlich heftig hier. 

Am Abend ging es dann aber nochmal los, obwohl ich schon recht viel (zu Fuß) unterwegs gewesen war. Ich ließ mir von meiner Rezeptionistin im Hotel ein Restaurant/Imbiss empfehlen. Hier aß ich griechisches Kebab. Nein - Keinen Döner, sondern Hackfleisch in Form von Würstchen auf einem frischen Pita-Brot mit gegrillten Tomaten. 

Danach hatte ich mir zur Abwechslung mal wieder einen Berg rausgesucht. Diesmal sogar den höchsten im Stadtzentrum von Athen – Lykabettus. Nach einem schweißtreibenden Aufstieg hatte man einen wunderbaren Ausblick über Gesamt-Athen und die Akropolis. Athen sieht riesig aus von dort, da man es mit seinen immerhin 660.000 Einwohnern (bzw. Großraum Athen ca. 4 Mio.) nahezu komplett von dort überblicken kann. Leider wusste das nicht nur ich. Deshalb blieb ich nicht lange oben, sondern fand eine Bank an einer super Stelle etwas unterhalb. Ich hatte meinen Aufstieg so geplant, dass ich den Sonnenuntergang von dort genießen konnte und hatte jetzt einen Platz in der ersten Reihe. Kurze Zeit nach mir kam ein australisches Pärchen ebenfalls etwas bedröppelt von oben und setzte sich zu mir mit der gleichen Intention. Es blieb aber nicht nur bei ihnen. Es sollten noch ca. 30 Andere meiner Idee folgen. So saß ich inmitten einer bunt gemischten Gruppe und quatschte mit einigen. Wiedermal waren mindestens 10 Deutsche darunter. Wir sind einfach Reiseweltmeister. Wir blieben und quatschten bis weit nach Sonnenuntergang ehe ich mich verabschiedete und zurück zum Hotel ging.

Akropolis vom Lykabettus Akropolis mit Beleuchtung

Gut gelaunt ging ich noch in die Rooftop-Hotelbar und trank gemütlich einen Cocktail während ich weiterhin begeistert die Akropolis genoß.

Akropolis bei Nacht vom Hotel Dach

 

Am nächsten Tag, dem 27.8., spürte ich die langen Märsche vom Vortag deutlich in den Beinen. Nach einem reichhaltigen Frühstück fuhr ich trotzdem wieder zur Akropolis. Diesmal aber nicht um auf den Berg zu steigen, sondern um in das Akropolis-Museum am Fuße des Berges zu gehen. Hier schaute ich mir die Original-Fundstücke der Akropolis an. Highlight ist sicherlich die oberste Etage, die die gleiche Größe und Form, wie das Parthenon auf der Akropolis aufweist. Zudem ist sie komplett aus Glas, so dass man die Akropolis und Athen von hier ebenfalls gut beobachten kann.

Akropolis vom Akropolis Museum

Der originale Parthenon-Fries (Verzierung der oberen Außenfassade ist ebenfalls hier in Original-Reihenfolge ausgestellt. So bekommt man einen Eindruck wie groß der Tempel war. Oben bekommt man das nicht ganz so mit.

Parthenon-Flies

Was mir persönlich im Museum sehr gut gefallen hat, waren kleine Modelle der Akropolis und von Athen zu verschiedenen Zeiten der Geschichte direkt am Eingang. Hier konnte man einen Eindruck gewinnen, wann und wieviel gebaut bzw. umgebaut wurde.

Athen im 2. Jhd. n. Chr.

Unter dem Gebäude kann man durch einen Glasboden einige Ausgrabungen an dieser Stelle bewundern.

Ausgrabungen unterhalb des Akropolis Museum

Als nächstes ging ich mal wieder zu Fuß zum Hadrianstor, einem Tor, welches dem Kaiser Hadrian gewidmet war. Es bildete in der Antike den Eingang zum Olympieion, dem Tempel des Zeus, dem obersten olympischen Gott der griechischen Mythologie.

Hadrianstor. Im Hintergrund die Akropolis

Diesen Tempel guckte ich mir im folgenden auch an, da dieses auch in meinem Kombi-Ticket enthalten war. Extra Eintritt dafür zahlen oder Schlange stehen würde ich dafür aber nicht, da nur noch 15 Säulen der ehemaligen über 100 Säulen erhalten sind, also wirklich nur noch Ruinen erhalten sind. Der Tempel war einer der größten der Antike, sogar größer als das Parthenon. Aber jetzt sind es nur noch ein paar Säulen auf einem Grundriß. Die restliche Struktur ist wohl einem Erdbeben zum Opfer gefallen.

Olympeion. Im Hintergrund die Akropolis

Erneut zu Fuß ging es weiter zum Panathinaiko-Stadion. Es ist das erste Olympiastadion der Neuzeit, in dem 1896 die ersten olympischen Spiele der Neuzeit ausgetragen wurden und das einzige Stadion auf der Welt, dass komplett aus Marmor besteht. Es wurde als Rekonstruktion auf den Fundamenten des antiken Olympiastadion gebaut. Ich lernte, dass ein „Stadion“ ursprünglich ein antikes griechisches Längenmaß war und dass eine beliebte Sportart das Laufen über eben diese Distanz darstellte. Es bürgerte sich dann ein das Längenmaß „Stadion“ auch als Bezeichnung für die Wettkampfanlage zu verwenden. Und so war „das Stadion“ geboren. Es gibt dort eine kleine Ausstellung zu den olympischen Spielen und man kann auf die Tribüne nach ganz oben um sich einen Einblick von der Größe zu verschaffen. Es passen angeblich ca. 68.000 Zuschauer hinein.

Panathinaiko-Stadion vom Lykabettus Stadion vom Eingang Ein siegreicher OlympionikeStadion von ganz oben

Danach ging ich gemütlich Richtung Hotel um mich erneut auszuruhen. Ich war echt geschafft vom Vortag. Auf dem Weg dahin schaute ich mir noch den Syntagma-Platz an. Dies ist, ähnlich wie der Monastiraki-Platz, ein zentraler Platz in Athen, an dem das Parlamentsgebäude steht. Hier wandern also unsere Steuergelder hin. Rein durfte ich aber trotzdem nicht.

Parlamentsgebäude auf dem Syntagma-Platz

Weil das „Akropolis im Sonnenuntergang Gucken“  am Vorabend so cool war, ging ich am Abend des 27.8. nochmals los. Diesmal genau auf die andere Seite der Akropolis, den Philopappos Hügel, wo ich mich ja schon gut auskannte, um sie auch von dieser Seite mal im Dunkeln zu sehen. Ich ging gar nicht erst bis ganz oben, da der Strom der Menschen schon recht groß war. Deshalb suchte ich mir erneut einen gemütlichen Platz etwas unterhalb. Sicht und Stimmung haben mir aber am Vorabend auf dem Lykabettus besser gefallen. Aber trotzdem schön anzugucken.Danach ging es zurück über den Monistraki-Platz, wo noch ordentlich was los war.

Akropolis bei Nacht vom Philopappos Hügel Monistraki-Platz mit Akropolis im Hintergrund

Um etwas Abstand zum Großstadt-Leben zu bekommen und ein wenig auszuspannen, fuhr ich am 28.8. nach Glyfada zu den nahegelegenen Stränden Athens, genauer gesagt an den Kauvouri Beach.  
Hier blieb ich den Tag über. Es ist sicher nicht der schönste Strand an dem ich jemals war, aber das Wasser war sauber und der Strand erfüllte seinen Zweck.

Kavouri Beach

Abends schaute ich mir, weil es mir so gut gefallen hat, den Sonnenuntergang und die Akropolis von der Rooftop-Bar aus an. Meiner Meinung nach einer der besten Plätze in Athen dafür: Günstige Drinks, gute Musik, eine der besten Perspektiven auf die Akropolis und sehr friedlich. Ein perfekter Abschluß.

 

Das war also mein Athen-Abenteuer. Ich bin sehr positiv überrascht worden von dieser tollen Stadt. Hatte ich bei meinen anfänglichen Planungen noch ein bisschen Angst, dass ich die Tage nicht alle voll kriege, weil es aus diversen Quellen hieß, Athen habe nichts zu bieten, kann ich aber ein sehr positives Fazit ziehen. Athen ist toll, vor allem mit der abendlichen angeleuchteten Akropolis, egal aus welcher Richtung. Man kann sich einfach nicht satt sehen. Ein toller historischer Ort.

Mein Eindruck von Athen: Es ist anders als Rom. Ich habe ja den direkten Vergleich zwischen beiden Stadtkernen (Ich betone Stadtkerne, weil ich mir nicht anmaßen kann die gesamte Stadt einschätzen zu können). Rom überwältigt einen mit Allem: Den Menschenmassen, den Monumenten, den aufbrausenden Italienern. Ich hatte gedacht Athen wäre ähnlich, aber das ist meines Erachtens nur bedingt der Fall. Irgendwie hat Athen mehr Understatement. Es ist kleiner, friedlicher, gemütlicher und doch sehr touristisch. Man wird aber nicht ständig wie in Rom angequatscht und kann zum Beispiel auch mal vor einer Restaurant-Karte stehen bleiben ohne das jemand einen gleich in den Laden quatschen will. Und Athen ist etwas günstiger. In Rom kostete ein kleines Wasser am Kiosk stets einen Euro. In Athen nur 50 Cent. Beide Städte haben aber viel zu bieten. Das Einzige Mal, dass mir auffiel, dass Griechenland anscheinend Geld braucht, war an den Fahrkarten-Automaten der Metro. Wenn man an die neumodischen Geräte geht, die auf deutsch oder englisch einen Ticketkauf sehr einfach ermöglichen, kann man nur ein Tagesticket für 4,50 kaufen, selbst wenn man nur einmal fahren will. Geht man an die Altgeräte kann man ohne Probleme einen Einzelfahrschein lösen für 1,40 und 90 Minuten Gültigkeit. In meinen Augen Touristen-Abzocke, weil diese allesamt an die neuen Geräte gehen, die mehrsprachig sind. Ich auch beim ersten Mal, aber danach hab ich es an den Altgeräten versucht und es trotz altgriechischer unverständlicher Sprache recht schnell gecheckt. 

 

So das war es aber dann auch mit Kultur und Geschichte in meinem Urlaub. Jetzt geht es mit der Nacht-Fähre von Piräus nach Lesbos. Ich freue mich schon sehr auf die Fahrt durch die griechischen Inseln.

Aber Lesbos? – Da war doch was? Der Ein oder Andere wird sich erinnern, dass diese Insel in letzter Zeit eher mit negativen Berichterstattungen in den Medien war. Richtig – Hier traf die Flüchtlingskrise die EU 2015 an ihrer Archilles-Sehne. Sie ist nur 15 km vom türkischen Festland entfernt und hier landeten die Flüchtlingsboote zu Hunderten. Angeblich ist dies aber längst Vergangenheit und die Bewohner beklagen sich über die ausbleibenden Touristen.

Der Hauptgrund warum es mich dorthin verschlägt ist aber ein Anderer: Ich werde dort in einem verschlafenen Nest namens Sigri auf der anderen Seite der drittgrößten griechischen Insel an einem Windsurf-Camp teilnehmen. Es gibt dort wohl gute Bedingungen und ich hoffe mich ein bisschen verbessern zu können. Sigri ist ein kleiner ursprünglicher Fischereihafen und so klein, dass es keine Straßennamen besitzt und nur ca. 300 Einwohner hat. Also von der Großstadt ins Nirgendwo. Ich weiß nicht wie das Internet dort sein wird, deshalb kann es sein, dass ich mich erstmal nicht melden kann.

Ich hoffe auf jeden Fall auf Wind und dass ich einige Fortschritte machen kann.

Hang Loose